Entwicklung des Weinanbaus auf Mallorca

Erst seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlebt der Weinanbau auf Mallorca einen erneuten Aufschwung. Nicht zuletzt die EU hat dazu beigetragen, dass z.B. die Rebsorte Callet fast von der Insel verschwunden wäre. Callet braucht zwar wenig Wasser, dafür aber umso mehr Zuwendung. Trotz teurer Böden, bedingt durch Mallorcas Charakter als Ferieninsel, boomt das Geschäft mit dem Wein. 2005 sind beispielsweise 22 Weingüter neu hinzugekommen. Was das Ernten des Weines angeht, ist Tempo angesagt. Die Weinbauern bemühen sich, alles so schnell wie möglich abzuernten.

Beim Ernten ist Tempo angesagt

Wofür man früher fünf Tage brauchte, ist heute nur noch einer nötig. Das ist auch besser so, weil sich die Trauben schnell unter der Sonne ändern können. So ist die Säure z.B. weg, lässt man sich zu viel Zeit. Was die Geschichte des Weins auf Mallorca angeht, reicht sie bis in die Antike zurück. Der Handel mit dem Wein prägte das Wirtschaftsleben auf der Insel. Doch dann fiel Anfang des 20. Jahrhunderts die Reblaus in Mallorca ein. Zwanzig Jahre zuvor hatte sie die französischen Weinberge zerstört. Damit war die Existenzgrundlage vieler Weinbauern gefährdet, die daraufhin in Massen auswanderten. Mandelbäume ersetzten die Weinkulturen. Heute sind es ca. 2.500 Hektar, die bebaut werden. Aus dem Boden holen die Mallorquiner 37.000 Hektoliter Wein raus.

Handverlesener Wein

Das enspricht 0,2 Promille der europäischen Weinproduktion. Der Anteil der gesamtspanischen Produktion liegt bei 0,8 Promille. Das ist zwar quantitativ gesehen nicht viel, dafür bemühen sich die Mallorquiner aber, ganz oben in der Liga mitzuspielen. Auch Deutsche bemühen sich auf der Baleareninsel, im Weinbau Fuß zu fassen. Spanische Frauen sind ebenso unter den Winzern vertreten. Wie andere Weinanbauregionen auch hat Mallorca eine besondere Traubensorte: die Manto Negro wird handverlesen. Dazu sortiert man die Beeren am Tisch.


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