Anbaugebiet mit langer Tradition

Mallorca hat mehr als Sangria aus Eimern zu bieten. Der Weinanbau auf der Baleareninseln reicht bis in die Antike zurück. Und fand auch während der arabischen Herrschaft keinen Abbruch. Im 17. Jahrhundert begann die Zurückdrängung des eigenen Weines auf Mallorca. Er bekam vor allem Konkurrenz aus Tarragona und Valencia. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schoben dem die auf der Insel lebenden Adeligen einen Riegel vor, indem sie massive Steuererleichterungen für die einheimischen Winzer einführten. Die Blütezeit des mallorquinischen Weines sollte noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts andauern.

Reblaus vernichtete Ernten

Die Ende des 19. Jahrhunderts weltweit für Missernten verantwortliche Reblaus fand nicht sofort den Weg nach Mallorca. Davon profitierten natürlich die mallorquinischen Winzer, die ihre Trauben und Weine nun in den Konkurrenzländern verkaufen konnten. Auf den für den Weintransport bestimmten Schiffen kam die Reblaus letztendlich auch auf die Mittelmeerinsel, so dass dort ebenfalls die Weinproduktion zurückging. Auf den von der Reblaus verwüsteten Feldern wurden statt dessen Mandelbäume angepflanzt. Zwar konnte mittels Pflanzenschutzmitteln die Produktion wieder angehoben werden, doch der spanische Bürgerkrieg sorgte für ein erneuten Rückgang im Weinanbau.

Hochkarätige Weine

Weil immer mehr Lebensmittel vom Festland importiert wurden, litt darunter auch die Weinproduktion. Die EU förderte sogar noch die Rohdung von Weinanbauflächen. Ende der 80er Jahre des vorangegangenen Jahrhunderts erkannten die Weinbauern, dass sie nur wirtschaftlich überleben könnten, wenn sie auf den verbliebenen Weinanbauflächen hochkarätigen Wein kultivieren würden. Dies geschah dann auch. Für den Rotwein werden insbesondere die rote Mantonegro und Callet benutzt. Der Weißweinanbau macht nur 20 % des gesamten Weinanbaus aus.


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