Feiner Wein von der Baleareninsel Mallorca
Der Wein prägte über lange Zeit die Wirtschaft der Insel. Der Weinanbau auf Mallorca reicht bis in die Antike zurück. Auch unter arabischer Herrschaft wurde der Weinanbau weiterhin gepflegt. Im Mittelalter profitierten die mallorquinischen Weinbauern von der Nachfrage auf dem spanischen Festland. Den Höhepunkt der Weinausfuhr erlebte Mallorca zum Ende des 19. Jahrhunderts hin, als in Frankreich die aus Amerika eingefallene Reblaus ihr Unwesen trieb. Doch um die Jahrhundertwende schaffte es die Reblaus auch auf die Baleareninsel. Als Folge davon erlebte Mallorca seine größte Auswanderungswelle.
Reblaus vernichtete die Ernten
Zahlreiche Bauern und Arbeiter, die mit dem Weinanbau ihr Geld verdienten und sich nun ihrer Lebensgrundlage beraubt sahen, verließen die Insel. Statt der herkömmlichen Reben wurden Mandelbäume und die als minderwertig geltende Amerikarebe angepflanzt. Die Produktion sollte aber Jahrzehnte lang auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau umherdümpeln. Erst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts begannen sich die Weinbauern wieder auf ihre alten Rebsorten zu besinnen. Dies sollte sie jedoch nicht davon abhalten, auch andere Sorten auf dem mallorquinischen Boden auszuprobieren.
37.000 Hektoliter Wein jährlich
Zentrum des Weinanbaus ist Binissalem, was sich gleichweit von den Küsten südlich des Tramuntana-Gebirges befindet. Dort findet der Wein die besten Bedingungen vor, was zum Einen daran liegt, dass der Gebirgszug den Nordwind abhält und zum Anderen an den guten Böden. 37.000 Hektoliter gewinnen die Bauern und Winzer jährlich aus den Böden. Mit 0,2 Promille Anteil an der europäischen Produktion tragen die Mallorquiner zwar nicht gerade viel zur Gesamtsumme bei, dafür können sich ihre Weine aber in der oberen Liga behaupten.

